Artikel vom 02.03.2025 von Bernhard Steffen
Statement zu den jüngsten Ereignissen in der Ukrainekrise.
„Eklat“ im weißen Haus
Wer das Zusammentreffen zwischen der amerikanischen Staatsführung und dem Präsidenten der Ukraine aufmerksam verfolgt hat, dem fiel zumindest die künstlich erscheinende Atmosphäre auf, in der dieses Treffen statt fand. Man bekam den Eindruck eines Tribunals, welches den Zuschauern präsentiert werden sollte, bei dem der Verlauf unter den Beteiligten schon im Vorfeld besprochen und einstudiert war.
Die Aussage war eindeutig. Amerika hat einen neuen Kurs gefunden und beendet die bedingungslose Unterstützung für die Ukraine.
Die Realität ist wesentlich komplexer und auch komplizierter.
Das Schauspiel, was man uns im weißen Haus präsentierte, macht erst einmal aus der ehemaligen Kriegsnation USA einen Friedensstaat. Amerika als Initiator des Friedens zwischen der Ukraine und Russland.
Doch ist es das wirklich ?
Allen Staaten ist bewusst, dass der Konflikt in der Ukraine zum Wohle des Westens, durch einen militärischen Sieg nicht beendet werden kann. Russland ist so, wie man es bisher versuchte, nicht zu bezwingen.
Der Ukraine gehen die "Human Ressourcen" aus, das heist, ganz gleich wieviele Waffen man noch liefert, es ist kaum jemand da, der sie einsetzen und bedienen kann.
Um den Kampf noch weiter führen zu können benötigt man in der Ukraine ausgebildete Truppen. Diese kann aber kein Land einfach so stellen, die NATO schon einmal auf keinen Fall. Es würde gegen die Statuten der NATO verstoßen, die diese sich selbst auferlegt hat.
Das Entsenden von Truppen in die Ukraine wäre eine direkte und unmissverständliche Kriegserklärung an Russland. Das steht außer Frage und würde auch von allen anderen Staaten so bewertet. Die Folge, auch die "Gegenseite" hätte so das Recht fremde Truppen an der Grenze zur NATO einzusetzen. Denkbar wären hier China, Korea - ja jeder Staat, der Amerika nicht gerade freundlich gesinnt wäre und das sind nicht wenige. Selbst südamerikanische Staaten hegen nicht eine bedingungslose Freundschaft mit der Weltmacht.
Zumindest müssten die NATO-Staaten inklusive Amerika mit erheblichen wirtschaftlichen und politische Sanktionen rechnen. Das aber muss unter allen Umständen vermieden werden.
Man müsste also ein Szenario erreichen, in dem Russland den ersten Schritt Richtung NATO und EU macht.
Doch wie erreicht man sowas ?
Der offensichtliche Plan, der sich aus den Vorkommnissen in Amerika und Europa ergibt, ist einfach und schon fast zu plump, um wirklich Erfolg zu haben.
Der erste Schritt aber ist schon getan. Amerika zieht sich offiziell aus der unmittelbaren Hilfe für die Ukraine zurück und hinterlässt dabei nicht nur eine fast komplett ausgeblutete Ukraine, sondern auch ein stark geschwächtes Europa mit einer nicht einsatzfähigen NATO.
Der Köder, der speziell für Russland ausgelegt wird. Provokationen über Jahre hinweg haben ja schon einmal ihren Zweck erfüllt. Warum also einen eh schon gereizten Bären noch mehr ärgern.
Würden die immer wieder betonten Absichten Russland sich als wahr erweisen, würde Putin sich in seinem angeblichen Größenwahn auf den Köder stürzen, um so wieder die Größe und die Stärke des ehemaligen Zarenreiches zu bekommen. Diese Absicht hat man Putin ja immer unterstellt.
Gesetzt den Fall, Russland würde auf diese plumpe Strategie hereinfallen, dann wäre Russland wieder mal der Aggressor, der Europa und die NATO angreift. Die Russische Föderation würde jegliche Unterstützung anderer Staaten verlieren und gleichzeitig bei der NATO den Bündnisfall herbei führen. Dieser würde von den USA genutzt, wieder voll in diesen (jetzt neuen) Krieg gegen Verbündete, einzugreifen.
Amerika stände gut da, als eine Macht, die Frieden wollte, aber zum Krieg "gezwungen" wäre.
Diese Scharade hat nun ihren Anfang gefunden und die Einigkeit Europas bestätigt genau das, was beabsichtigt war - Europa stellt sich geschlossen hinter Selenskyj und biedert sich so als Köder dem vordiktierten Feind an.
Ein Europa, deren "Führungskräfte" in den letzten Jahren sich selbst den Toilettengang von Washington haben genehmigen lassen, nur um den "großen Bruder" nicht zu verärgern, fallen jetzt Amerika in den Rücken ?
Der Köder ist ausgelegt und ich persönlich glaube fest daran, dass Putin die Absicht dahinter schon längst erkannt hat und er ihm zu sehr stinkt, als dass er zuschnappt.